Zu einer “Morgenstunde” hatte das Alzeyer Museum am Europäischen Tag der jüdischen Kultur eingeladen. Die rote “Chuppa”, der Brauthimmel, unter dem jüdische Hochzeiten vollzogen werden, prangte auch von den Plakaten für diese Veranstaltung. Sie stammt von einem Objekt, das in der neu gestalteten jüdischen Abteilung des Museums im Erdgeschoß zu sehen ist: der Beschneidungswimpel des Alzeyer Dichters Karl Schloß (1876 – 1944).
In einem weit ausholenden Vortrag mit zahlreichen Illustrationen führten Renate Rosenau aus Alzey und der Museumsleiter Dr. Karneth an das Thema “Jüdische Hochzeit -Familienbande im Alzeyer Land” heran. Nach einem Schnelldurchgang durch die allgemeine jüdische Geschichte kamen die Alzeyer jüdischen Familien und ihre Verbindungen untereinander ins Blickfeld. In einer Datenbank sind bereits über 700 Personen erfasst. Interessant war dabei die Aufschlüsselung, wohin in der näheren und weiteren Umgebung geheiratet wurde. Dabei fällt auf, daß die Männer meistens Frauen aus dem Ort heiraten, während die Bräute sich häufig in der Umgebung oder in ferneren Orten vermählten.
Weiterlesen: “Morgenstunde” im Alzeyer Museum am Europäischen Tag der jüdischen Kultur (Allgemeine Zeitung, 10.09.2009)
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