Wiki für den PC: WikidPad
Während Weblogs einen wahren Boom erleben, fristet der größte Teil der Wikis ein Schattendasein. Eine Wikisoftware zum Schnäppchenpreis bringt das Konzept für den Hausgebrauch näher.
By Melanie Langenhan
Posted 18-1-2004
Mit Wikis können Daten scheinbar unstrukturiert erfasst, verknüpft und wieder gefunden werden. Durch das unkomplizierte Anhängen von Anmerkungen, "ToDos" oder Kategorien erschließen sich die Inhalte aber auf vielfältige Weise.
WikidPad hat das bisher überwiegend im Inter- und Intranet genutzte Wiki-Konzept für den PC umgesetzt. Ein erster Test zeigt: es funktioniert gut.
Gliederungen entstehen fast von selbst, ebenso Listen und Aufzählungen, nur durch die raffinierte und schnell erlernbare Wiki-Syntax:
Ein Notizblatt (ScratchPad) erfasst als eine Art Zwischenablage Inhalte, die später wiederverwendet werden sollen. Auf der Startseite befindet sich Text oder einfach ein Inhaltsverzeichnis aller Seiten. Seiten werden durch Wiki-Wörter hinzugefügt (z.B. WikiWörter). Ein Doppelklick öffnet neu angelegte Seiten, die sofort bearbeitet werden können. Aufzählungen entstehen durch ein * und ein Leerzeichen vor dem Aufzählungsbegriff. Nach dem Drücken der Enter-Taste wird automatisch in der nächsten Zeile wieder ein * und ein Leerzeichen eingefügt. Nummerierte Listen fängt man mit "1." an. Die weiteren Zeilen erhalten dann fortlaufende Nummern. Will man auf eine vorhandene Seite verweisen, schreibt man den Wiki-Namen für die Seite in den Text.
Kategorien für eine Seite vergibt man mit der Syntax [Oberbegriff: Unterbegriff]. Offene Fragen, Todos etc. schreibt man in der Art ToDo: Was zu erledigen ist.
Das gesamte Wiki läßt sich als einzelne oder mehrere HTML-Seiten ausgeben und im Internet veröffentlichen.
Obwohl die Theorie kompliziert klingt, ist das Arbeiten mit WikidPad einfach. Ein Text wird verfasst und alle Wörter, die definiert oder vertieft werden sollen, werden in Wiki-Syntax geschrieben. Nach und nach entsteht ein Textnetzwerk. Arbeitsnotizen können auf diese Weise genaus gespeichert werden wie Internetlinks, Brainstormings oder Kontaktdaten.
Für Genealogen ist ein Wiki als Freiform-Datenbank interessant. Für jede Person wird eine Seite angelegt, auf der neben den Lebensdaten viele weitere Informationen untergebracht werden können. Über Kategorien können bspw. Familienlinien oder besondere Merkmale festgehalten, über ToDos oder offene Fragen (Issues) erforderliche Maßnahmen notiert werden.
WikidPad ist über http://www.jhorman.org/wikidPad/ erhältlich, kann 30 Tage getestet werden und kostet dann unschlagbare 12 USD. Wie so oft ist die Software in Englisch, was der Nutzung in anderen Sprachen aber nicht schadet.